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Coaching – die objektive Wirklichkeit
Wie kommt es überhaupt dazu, dass Menschen Coaching in Anspruch nehmen, wenn sie Probleme in ihrem Berufsleben, in ihrer Organisation oder in ihrem Privatleben haben, die sie selbst nicht lösen können, gleichzeitig jedoch kluge Ratschläge von anderen nicht befolgen wollen?
Die Antwort ist einfach, aber nicht simpel: Systemisches Coaching ermöglicht Menschen, ihr Wahrnehmungsfeld zu erweitern oder zu verändern, indem sie Dinge anders beschreiben, erklären oder bewerten. Solange der Coach darauf achtet, neue Denk- und Handlungsmuster beim Kunden anzuregen, deren Erzeugung und Überprüfung auf Tauglichkeit jedoch beim Kunden selbst zu belassen, entstehen spezifische, massgeschneiderte Lösungen beim Kunden: Lernen wird möglich.
Die objektive Wirklichkeit gibt es nicht - sie entsteht im Auge des Betrachters und ist somit subjektiv
Wir gehen bei unseren Beschreibungen im Alltag von scheinbaren Übereinkünften aus, wie die Dinge “wirklich sind”. Selbstverständlich wenden wir als Massstab aller Dinge ausschliesslich unsere eigenen Sichtweisen an. Wirklich ist, was wir sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken - was wir also zum gegebenen Zeitpunkt als relevant erleben - und diese Erlebnisse gehören ausschliesslich jedem von uns selbst.
Es wird niemals zwei Menschen geben, die zugleich auf die gleiche Art und Weise das Gleiche erleben.
Dennoch tun wir ständig so, als gäbe es eine abgesprochene Wirklichkeit, nach der wir uns alle richten sollten - eine Wirklichkeit, die sich natürlich an unserer eigenen Art, die Dinge zu betrachten, orientiert. Das führt dazu, dass wir die auf der Speisekarte angegebenen Menüs ständig für jene Speisen halten, die wir erwarten, bei Bestellung zu erhalten: Wir ordern eine Minestrone - in der Annahme, dass sie genau so schmeckt, wie das, was wir uns im Idealfall unter Minestrone vorstellen. Leider stimmen die “gebotene Realität” und die “vermutete Realität” nur selten überein.